PARK(ing) DAY 2021 – Parks statt Parkplätze!

PARK(ing) DAY 2021 – Parks statt Parkplätze!

Am Freitag, den 17. September 2021, findet in Nürnberg bereits zum 8. Mal der PARK(ing) Day Nürnberg statt.

Dann verwandeln Stadtbewohner*innen die Parkplätze für einen Tag mit Kübelpflanzen und Liegestühlen in kleine Parks. Die grünen Inseln laden zum Verweilen und Begegnen ein und geben ein Gespür dafür, wie viel wir an Lebensqualität gewinnen könnten, wenn in unseren Städten mehr Platz für Menschen gewidmet würde und nicht für herumstehende Autos.

Überall in unseren Städten dominieren Autos das Stadtbild. Stehende Autos sind Platzfresser. Mit dem PARK(ing) Day zeigen wir, dass ein Parkplatz in eine wertvolle Fläche verwandelt werden kann, die Raum für die unterschiedlichsten Nutzungen schafft und die Stadt für alle ein Stück lebenswerter macht. Die Rechnung ist simpel: Auf 10m2 (einen Parkplatz) passen ein Tisch, eine Topfpflanze, ein Bett. 10m2 benötigt auch: ein parkendes Auto.
Eine Umwandlung von Parkplätzen in Grün- und Kreativflächen würde uns auch der Umsetzung der auch von Deutschland unterschriebenen nachhaltigen Entwicklungsziele näher bringen. Gerade das Ziel 11, die Vision nachhaltiger Städte und Gemeinden ist ohne ein Umdenken unserer Mobilitätskonzepte schwerlich denkbar. Saubere Luft zum Atmen, weniger Lärm, schadstoffarmer Verkehr und mehr Raum für ein Miteinander sind nur einige der positiven Begleiterscheinungen einer zukunftszugewandten Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik.
Wir laden Euch alle zu einer kleinen Fantasiereise ein. Stellt euch vor, dass alle Parkplätze in deiner Umgebung nicht mehr mit Autos vorgestellt wären, sondern mit Blumen, Bäumen und Sträuchern oder Ruheinseln grün und friedlich erstrahlen würden, was wäre das für eine herrliche Stadt. Der PARK(ing) Day macht diese Fantasiereise für einen halben Tag zur Wirklichkeit. Auch in Nürnberg werden wir bereits zum 8. Mal beim PARK(ing) Day neue Räume für kreative Aktionen, Kommunikation und Austausch entstehen lassen.

Wir möchten den diesjährigen PARK(ing) Day nicht nur für euch ausrichten, sondern mit euch zusammen. Deshalb schnappt Euch einen Stuhl, ein Getränk und Eure liebste Zimmerpflanze und entdeckt mit uns gemeinsam den Parkplatz neu – schöner, grüner und lebenswerter. Jeder ist eingeladen mitzumachen und seinen eigenen Parkplatz irgendwo im Stadtgebiet für einen Nachmittag in eine Kreativ-Insel zu verwandeln. Es ist für jeden möglich einen Parkplatz auch für seine Hängematte, ein Schachspiel, einen Fahrradreparaturworkshop oder ähnliches zu mieten.

Hast Du Lust, beim PARK(ing) Day mitzumachen und eine Parkfläche für einen Tag gemeinsam mit anderen zu verwandeln? Weitere Informationen findest Du unter hier.

Wir freuen uns auf euch!

Mehr zum Global PARK(ing) Day: https://www.strasse-zurueckerobern.de/anleitungen/parking-day/

PARK(ing) DAY 2020 – Parks statt Parkplätze!

PARK(ing) DAY 2020 – Parks statt Parkplätze!

Seit 2005 wird am dritten Freitag im September der “Park(ing) Day” begangen, dieses Jahr ist das der 18.09.2020. Dann verwandeln Stadtbewohner*innen die Parkplätze für einen Tag mit Kübelpflanzen und Liegestühlen in kleine Parks. Die grünen Inseln laden zum Verweilen und Begegnen ein und geben ein Gespür dafür, wie viel wir an Lebensqualität gewinnen könnten, wenn in unseren Städten mehr Platz für Menschen gewidmet würde und nicht für herumstehende Autos. Eine Flächenumwidmung zu Gunsten von Menschen ist mehr als angemessen, denn die Fakten sehen so aus:

  • Im Durchschnitt wird ein Pkw pro Tag nur eine Stunde genutzt, 23 Stunden steht er nutzlos herum.1
  • In Folge dessen verbringen Autofahrer*innen in deutschen Großstädten 40 bis 70 Stunden jährlich mit der Suche nach einem freien Parkplatz, das entspricht fünf bis acht Urlaubstagen.2
  • Laut Bundesgesetz dürfen Bewohnerparkausweise in Deutschland nicht teurer als 30,70 € sein – pro Jahr. „Das sind weniger als ein Prozent der durchschnittlichen Kosten, die ein Haushalt pro Jahr für das eigene Auto aufwendet. Da sind die Kraftstoffkosten noch nicht einmal eingerechnet.“3
  • Die Kosten eines Parkplatzes decken die 30,70 € nicht. Die Bereitstellungskosten für einen bewirtschafteten Stellplatz am Straßenrand belaufen sich z.B. in Berlin auf circa 220 € pro Jahr.4

Und in der Zeit, in der der „ruhende Verkehr“, wie parkende Autos im Fachjargon genannt werden, ihre durchschnittlich 23 Stunden am Tag herumstehen, bleibt weniger Platz für

  • Menschen zum Flanieren, Begegnen, Bewegen, Sitzen, Plaudern, Verweilen.
  • Kinder zum Spielen. In Berlin z.B. gibt es 10 Mal so viel Fläche für Parkmöglichkeiten wie für Spielplätze.5
  • Radfahrer*innen, die auf separaten, breiten, asphaltierten Radwegen, sicherer und schneller vorankommen.
  • Senioren, die durch mehr Bänke und sicherere Fuß- und Radwege mehr am öffentlichen Leben Teil haben
  • Bäume und Pflanzen, die Hildesheim im Sommer vor Hitze schützen.6

Hast Du Lust, beim Park(ing) Day mitzumachen und eine Parkfläche für einen Tag gemeinsam mit anderen zu verwandeln? Weitere Informationen findest Du unter: https://www.bluepingu.de/aktionen/parkingday

Quellen:

1 https://www.vcd.org/themen/auto-umwelt/carsharing/

2 https://www.sueddeutsche.de/geld/parkplaetze-viel-in-bewegung-1.4152622

3 https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/OEffentlicher_Raum_ist_mehr_wert/Agora-Verkehrswende_oeffentlicher-Raum_Factsheet_WEB.pdf

4 ebd.

5 ebd.

6 https://www.zeit.de/2019/14/baeume-sommer-kuehlung-evapotranspiration-stimmts

Prof. Dr. Hermann Knoflacher: Mobilität in der Stadt neu denken … – reicht das?

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Der renommierte Verkehrsforscher und Verkehrsplaner Prof. Hermann Knoflacher kommt nach Nürnberg.

Stadtverkehr wird oft mit Stau, Lärm und Stress verbunden. Dabei könnte Mobilität in der Stadt auch ganz anders aussehen!

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Hermann Knoflacher ist Professor emeritus am Institut für Verkehrswissenschaften der Technischen Universität Wien und hat jahrzehntelang über den Einfluss des Automobils auf die Art und Weise unserer Fortbewegung geforscht.

BLUEPINGU unterstützt die Veranstaltung. Den Text und das Foto haben wir dem Einladungsflyer entnommen. © VCD